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Bibliographic Details
Main Author: Kress
Format: Recurso digital
Language:German
Published: Zenodo 2021
Subjects:
Online Access:https://doi.org/10.5281/zenodo.5788375
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Table of Contents:
  • <p>Romane, unabhängig davon, aus welcher Epoche oder geographischen Region sie kommen, sind meist geprägt von ihren Figuren. Die Figuren geben der Handlung Struktur und fungieren sowohl als Orientierungshilfe als auch als Identifikationskonzepte für die Lesenden. Umso verwunderlicher ist es, wenn eine Figur nicht schlüssig erscheint. Oftmals fällt es schwer zu benennen, was es ist, dass bei den Rezipient:innen den Eindruck einer unausgeglichenen Figur entstehen lässt. Im Laufe der Erarbeitung dieser Bachelorarbeit und auch während des Studiums, fiel eine exakte Beschreibung, welche Faktoren eine literarische Figur unschlüssig erscheinen lassen, nie leicht und kam immer wieder auf. Häufig resultieren diese Beschreibungen in einer generellen Infragestellung der in der Geschichte beschriebenen Gesellschaft oder enden mit einer eher subjektiven Auffassung und Beurteilung. Eine kurze Auseinandersetzung mit der Konzeption der Figur der Dewi Ayu in Eka Kurniawans Roman Cantik itu Luka 2019, resultierte ebenfalls in einer Verwunderung über die Ambivalenz der Figur und in einer Spekulation um den Aufbau der Gesellschaft innerhalb des Romans. Um diese Ambivalenzen zu erfassen und ihnen auf den Grund zu gehen, wird in dieser Arbeit ein, ‚Verstehprozess‘; wie Brigitte Rath (2011: 7) ihn nennt, in Gang gebracht. Die Interpretation zweier Romane der indonesischen Autorin Ayu Utami, geschieht hier mittels einer gender-orientierten Erzähltextanalyse.<br> Angelehnt an Jossfinn Bohns Beitrag (2017: 134), Genderambivalenz und -dichotomie in Stiferts „Brigitta“, „Zwei Schwestern“ und „Der Nachtsommer“, werden ausgewählte Textstellen innerhalb verschiedener Analysekategorien untersucht und auf ihre weibliche und männliche Konnotation hin geprüft. Die zu untersuchenden Analysekategorien ergeben sich aus dem Anspruch, eine komplexe Figurenanalyse zu erzielen. Des Weiteren sollen die vorangegangen bereits beschriebenen Ambivalenzen innerhalb des Figurver- stehens mittels der Frage nach der Zuverlässigkeit der Erzählinstanz, in diesem Falle der Protagonistin der behandelten Textabschnitte, erörtert und frühere Beobachtungen anderer Forscher:innen infrage gestellt werden. Die Analysen der Romane mittels dieser Methode verspricht einen großen Erkenntnisgewinn, denn sonst Nichtgreifbares kann durch sie artikuliert werden. Diesen Ansatz verfolgt in seinen Grundzügen auch Charlotte Marbehant, die sich in ihrer recht aktuellen Arbeit <em>Framing Gender Paradoxes in Indonesian Literature. The story of Bawuk</em> mit der Ambivalenz der Figur Bawuk der gleichnamigen Kurzgeschichte Umar Kayams auseinandersetzt. Auch sie wendet die gender-orientierte Analyse in ihren Ansätzen an und erarbeitet mittels der Methode eine produktive Einordnung der Figur (Marbehant 2020: 19 ff.).</p>