Perus Bevölkerung: Das historische Gewordensein von Diskriminierungen und Privilegierungen

Fuente: Redalyc
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1. Verfasser: MARTINA NEUBURGER
Format: Artículo científico
Sprache:de
Veröffentlicht: Universidade de Santa Cruz do Sul 2018
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contents Perus Bevölkerung: Das historische Gewordensein von Diskriminierungen und Privilegierungen MARTINA NEUBURGER KATRIN SINGER Estudios Territoriales Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur Perus zeigt eine große Vielfalt, die sich erst aus einer Darstellung des Gewordenseins gesellschaftlicher Strukturen und den Verwobenheiten von soziopolitischen Prozessen in unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Dimensionen erschließt. Die bereits in der inkaischen Gesellschaft angelegten Hierarchien wurden in der Kolonialzeit nicht gebrochen, sondern von der spanischen Krone reproduziert und mit eigenen Machtstrukturen überlagert. Die Systeme der Feudalgesellschaft mit Leibeigenschaft und Sklaverei wirken bis heute nach. Die hierarchischen Beziehungen zwischen den unterschiedlichen ethno-sozialen Gruppen sind bis heute durch die verschiedensten Formen von Diskriminierung und Rassismen wirkmächtig, wenn es um den Zugang zu Land und Einkommen, Bildung und gesellschaftliche Anerkennung geht. Anhand zweier Fallstudien arbeitet der Beitrag gesellschaftliche Strukturierungsdynamiken als Ergebnis ungleicher Machtstrukturen und postkolonialer Verhältnisse exemplarisch heraus. Das erste Beispiel fokussiert auf den Callejón de Huaylas im Department Ancash und setzt sich mit denjenigen Diskriminierungsmechanismen auseinander, unter denen insbesondere die ländlich-andine Bevölkerung leidet. Das zweite Beispiel konzentriert sich auf die ehemalige deutsch-tirolische Siedlung Pozuzo im Department Pasco, in dem die europä-isch-stämmige Bevölkerung als privilegierte Bevölkerungsgruppe ihre migrantische Identität machtvoll rekonstruiert und damit andere Zuschreibungen oder Hybriditäten negiert. In beiden Fallstudien spielen ethnische Zuschreibungen als Differenzkategorie und Legitimierungsstrategie eine wichtige Rolle für die Herausbildung der aufgezeigten Ungleichheiten. 2018 artículo científico 1414-7106 https://www.redalyc.org/articulo.oa?id=552059122003 https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/ https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/html/ https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/552059122003.epub https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/movil https://doi.org/10.17058/redes.v23i1.11585 de http://www.redalyc.org/revista.oa?id=5520 Redes. Revista do Desenvolvimento Regional application/pdf Universidade de Santa Cruz do Sul Redes. Revista do Desenvolvimento Regional (Brasil) Num.1 Vol.23
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Estudios Territoriales
Perus Bevölkerung: Das historische Gewordensein von Diskriminierungen und Privilegierungen MARTINA NEUBURGER KATRIN SINGER Estudios Territoriales Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur Perus zeigt eine große Vielfalt, die sich erst aus einer Darstellung des Gewordenseins gesellschaftlicher Strukturen und den Verwobenheiten von soziopolitischen Prozessen in unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Dimensionen erschließt. Die bereits in der inkaischen Gesellschaft angelegten Hierarchien wurden in der Kolonialzeit nicht gebrochen, sondern von der spanischen Krone reproduziert und mit eigenen Machtstrukturen überlagert. Die Systeme der Feudalgesellschaft mit Leibeigenschaft und Sklaverei wirken bis heute nach. Die hierarchischen Beziehungen zwischen den unterschiedlichen ethno-sozialen Gruppen sind bis heute durch die verschiedensten Formen von Diskriminierung und Rassismen wirkmächtig, wenn es um den Zugang zu Land und Einkommen, Bildung und gesellschaftliche Anerkennung geht. Anhand zweier Fallstudien arbeitet der Beitrag gesellschaftliche Strukturierungsdynamiken als Ergebnis ungleicher Machtstrukturen und postkolonialer Verhältnisse exemplarisch heraus. Das erste Beispiel fokussiert auf den Callejón de Huaylas im Department Ancash und setzt sich mit denjenigen Diskriminierungsmechanismen auseinander, unter denen insbesondere die ländlich-andine Bevölkerung leidet. Das zweite Beispiel konzentriert sich auf die ehemalige deutsch-tirolische Siedlung Pozuzo im Department Pasco, in dem die europä-isch-stämmige Bevölkerung als privilegierte Bevölkerungsgruppe ihre migrantische Identität machtvoll rekonstruiert und damit andere Zuschreibungen oder Hybriditäten negiert. In beiden Fallstudien spielen ethnische Zuschreibungen als Differenzkategorie und Legitimierungsstrategie eine wichtige Rolle für die Herausbildung der aufgezeigten Ungleichheiten. 2018 artículo científico 1414-7106 https://www.redalyc.org/articulo.oa?id=552059122003 https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/ https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/html/ https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/552059122003.epub https://www.redalyc.org/journal/5520/552059122003/movil https://doi.org/10.17058/redes.v23i1.11585 de http://www.redalyc.org/revista.oa?id=5520 Redes. Revista do Desenvolvimento Regional application/pdf Universidade de Santa Cruz do Sul Redes. Revista do Desenvolvimento Regional (Brasil) Num.1 Vol.23
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