Barbitistes serricauda

Fuente: Zenodo
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1. Verfasser: Frisch, Johannes
Format: Recurso digital
Veröffentlicht: Zenodo 2019
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_version_ 1866901950552866816
author Frisch, Johannes
author_facet Frisch, Johannes
contents <p><i>Barbitistes serricauda</i></p><p><b>(Laubholz-Sägeschrecke):</b></p><p>Imagines der heliophilen Laubholz-Säbelschrecke sind auf lichte, wärmebegünstigte, unterholzreiche Laubwälder angewiesen und halten sich, besonders die Weibchen zur Eiablage in Rindenspalten, vorwiegend auf Bäumen auf. Die Larvalentwicklung vollzieht sich hingegen in angrenzenden, offenen bis halboffenen Strukturen wie verbuschten Halbtrockenrasen, wärmebegünstigten Waldsäumen oder der Krautschicht lichter Wälder (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 211; INGRISCH 1979: 66, 74). Als Ursache für diesen Stratenwechsel vermuten die Autoren einen Nahrungswechsel. Während sich die graminikolarbustikolen Präimaginalstadien von Blättern krautiger Pflanzen (z. B. <i>Leontodon hispidus</i>, <i>Trifolium montanum</i>, <i>Sanguisorba minor</i>) und Büschen (z. B. <i>Corylus avellana</i>, <i>Rosa canina</i>, <i>Rubus</i> spec.) ernähren, befressen die arbustikol-arborikolen Imagines die Blätter hochwüchsiger Laubbäume wie <i>Acer</i> spec., <i>Quercus robur</i> und <i>Carpinus betulus</i>, seltener auch Nadeln von <i>Abies alba</i>, <i>Picea abies</i> und <i>Pinus sylvestris</i> (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 209; INGRISCH 1976a: 44, 74, 1976b: 219). Die höchste Individuendichte erreicht die Art in lichten, wärmebegünstigten Waldbeständen, wohingegen die Abundanz mit zunehmendem Deckungsgrad der Baumkronen signifikant abnimmt (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 212). Obwohl das Spektrum ihrer Lebensräume recht mannigfaltig ist (vgl. HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 211), kann <i>B. serricauda</i> dennoch als Biotopwertzeiger für das Ökoton <i>Krautschicht verbuschter Magerrasen/Heiden/Waldmäntel – lichter, wärmebegünstigter Laubmischwald</i> herangezogen werden. Auf dem Haimberg wurde die Laubholz-Säbelschrecke vereinzelt in dem wärmebegünstigten, südwestexponierten, relativ lichten Hangwald nachgewiesen (Abb. 6). Nach BOHN (1996: 312) handelt es sich um ein <i>CariciFagetum</i> (Orchideen-Buchenwald) mit Übergängen zum <i>Lathyro-Fagetum</i> (Blatterbsen-Buchenwald), das die ehemalige Niederwaldwirtschaft auch heute noch erkennen lässt (vgl. FRISCH, 2019: 56, 57). Dieser lichte Laubmischwald wird von einem strukturreichen Waldsaum begrenzt, der sich neben vereinzelten <i>Fagus sylvatica</i>, <i>Carpinus betulus</i>, <i>Pinus sylvestris</i> und weiteren Baumarten geringerer Häufigkeit vor allem durch seinen Reichtum an Straucharten (in abnehmender Häufigkeit <i>Prunus spinosa</i>, <i>Crataegus</i> spec., <i>Cornus sanguineum</i>, <i>Ligustrum vulgare, Corylus avellana, Rosa canina</i>, <i>Malus sylvestris</i>, <i>Berberis vulgaris</i>, <i>Lonicera xylosteum</i>, <i>Viburnum opulus</i>, <i>Euonymus europaeus</i>) auszeichnet. Ihm vorgelagert liegen zweischürige und unregelmässig einschürige, in frühem Brachestadium befindliche Kalkmagerrasen. Dieser vielfältige Biotopkomplex bietet dem Habitatwechsler <i>B. serricauda</i> günstige Lebensbedingungen und ist in der gegenwärtigen Form zu erhalten. Der Charakter dieser artenreichen Magerwiesen kann durch späte, einschürige Mahd auf jährlich wechselnden Flächen bewahrt werden (vgl. FRISCH, 2019: 88). Der wärmebegünstigte Waldsaum ist als Ökoton zwischen Magerrasen und Laubmischwald für alle Entwicklungsstadien der Laubholz-Säbelschrecke in Umfang und Zusammensetzung zu erhalten.</p>
format Recurso digital
id zenodo_https___doi_org_10_5281_zenodo_15257785
institution Zenodo
language
publishDate 2019
publisher Zenodo
record_format zenodo
spellingShingle Barbitistes serricauda
Frisch, Johannes
Biodiversity
Taxonomy
Animalia
Arthropoda
Insecta
Orthoptera
Tettigoniidae
Barbitistes
Barbitistes serricauda
<p><i>Barbitistes serricauda</i></p><p><b>(Laubholz-Sägeschrecke):</b></p><p>Imagines der heliophilen Laubholz-Säbelschrecke sind auf lichte, wärmebegünstigte, unterholzreiche Laubwälder angewiesen und halten sich, besonders die Weibchen zur Eiablage in Rindenspalten, vorwiegend auf Bäumen auf. Die Larvalentwicklung vollzieht sich hingegen in angrenzenden, offenen bis halboffenen Strukturen wie verbuschten Halbtrockenrasen, wärmebegünstigten Waldsäumen oder der Krautschicht lichter Wälder (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 211; INGRISCH 1979: 66, 74). Als Ursache für diesen Stratenwechsel vermuten die Autoren einen Nahrungswechsel. Während sich die graminikolarbustikolen Präimaginalstadien von Blättern krautiger Pflanzen (z. B. <i>Leontodon hispidus</i>, <i>Trifolium montanum</i>, <i>Sanguisorba minor</i>) und Büschen (z. B. <i>Corylus avellana</i>, <i>Rosa canina</i>, <i>Rubus</i> spec.) ernähren, befressen die arbustikol-arborikolen Imagines die Blätter hochwüchsiger Laubbäume wie <i>Acer</i> spec., <i>Quercus robur</i> und <i>Carpinus betulus</i>, seltener auch Nadeln von <i>Abies alba</i>, <i>Picea abies</i> und <i>Pinus sylvestris</i> (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 209; INGRISCH 1976a: 44, 74, 1976b: 219). Die höchste Individuendichte erreicht die Art in lichten, wärmebegünstigten Waldbeständen, wohingegen die Abundanz mit zunehmendem Deckungsgrad der Baumkronen signifikant abnimmt (HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 212). Obwohl das Spektrum ihrer Lebensräume recht mannigfaltig ist (vgl. HAFNER & ZIMMERMANN 1998: 211), kann <i>B. serricauda</i> dennoch als Biotopwertzeiger für das Ökoton <i>Krautschicht verbuschter Magerrasen/Heiden/Waldmäntel – lichter, wärmebegünstigter Laubmischwald</i> herangezogen werden. Auf dem Haimberg wurde die Laubholz-Säbelschrecke vereinzelt in dem wärmebegünstigten, südwestexponierten, relativ lichten Hangwald nachgewiesen (Abb. 6). Nach BOHN (1996: 312) handelt es sich um ein <i>CariciFagetum</i> (Orchideen-Buchenwald) mit Übergängen zum <i>Lathyro-Fagetum</i> (Blatterbsen-Buchenwald), das die ehemalige Niederwaldwirtschaft auch heute noch erkennen lässt (vgl. FRISCH, 2019: 56, 57). Dieser lichte Laubmischwald wird von einem strukturreichen Waldsaum begrenzt, der sich neben vereinzelten <i>Fagus sylvatica</i>, <i>Carpinus betulus</i>, <i>Pinus sylvestris</i> und weiteren Baumarten geringerer Häufigkeit vor allem durch seinen Reichtum an Straucharten (in abnehmender Häufigkeit <i>Prunus spinosa</i>, <i>Crataegus</i> spec., <i>Cornus sanguineum</i>, <i>Ligustrum vulgare, Corylus avellana, Rosa canina</i>, <i>Malus sylvestris</i>, <i>Berberis vulgaris</i>, <i>Lonicera xylosteum</i>, <i>Viburnum opulus</i>, <i>Euonymus europaeus</i>) auszeichnet. Ihm vorgelagert liegen zweischürige und unregelmässig einschürige, in frühem Brachestadium befindliche Kalkmagerrasen. Dieser vielfältige Biotopkomplex bietet dem Habitatwechsler <i>B. serricauda</i> günstige Lebensbedingungen und ist in der gegenwärtigen Form zu erhalten. Der Charakter dieser artenreichen Magerwiesen kann durch späte, einschürige Mahd auf jährlich wechselnden Flächen bewahrt werden (vgl. FRISCH, 2019: 88). Der wärmebegünstigte Waldsaum ist als Ökoton zwischen Magerrasen und Laubmischwald für alle Entwicklungsstadien der Laubholz-Säbelschrecke in Umfang und Zusammensetzung zu erhalten.</p>
title Barbitistes serricauda
topic Biodiversity
Taxonomy
Animalia
Arthropoda
Insecta
Orthoptera
Tettigoniidae
Barbitistes
Barbitistes serricauda
url https://doi.org/10.5281/zenodo.15257785