_version_ 1866902062050050048
author Speed, Timothy
author_facet Speed, Timothy
contents <p>Dieses Paper entwickelt ein theoretisches Framework für eine nicht-repräsentationale Form autistischer Intelligenz, die hier als operatorische Kognition bezeichnet wird. Der Begriff ist eine terminologische Neuschöpfung und steht in keinerlei konzeptueller Kontinuität zu Piagets pensée opératoire, die auf symbolisch-logischen Operationen beruht. Im vorliegenden Modell bezeichnet „operatorisch“ hingegen dynamisch-topologische Prozesse wie Faltung, Indimergenz, Spannungsschwellen und emergente Formbildung, die unabhängig von semantischer Repräsentation arbeiten.<br>Ausgangspunkt ist ein einzigartiges longitudinales Korpus (2001–2025) aus elf Büchern, einem Spielfilm und weiteren Forschungsartefakten einer einzelnen autistischen Person (n = 1). Die Analyse zeigt eine bemerkenswerte prätheoretische Strukturinvarianz von fünf Operatoren über verschiedene Lebensphasen, Medien und Domänen hinweg. Diese Invarianz legt nahe, dass hier nicht stilistische, narrative oder kulturelle Einflüsse am Werk sind, sondern eine stabile kognitive Architektur, die sub-symbolisch operiert.<br>Das Paper formuliert diese Architektur als testbare Hypothese, grenzt sie deutlich von repräsentationalen und narrativen Modellen ab und entwickelt ein Validierungsprogramm (Blind Coding, Kontrollgruppen, maschinelle Strukturanalyse), das explizite Falsifikationskriterien enthält. Die Generalisierbarkeit der operatorischen Kognition bleibt bewusst offen und Gegenstand zukünftiger Forschung: Die Arbeit versteht sich nicht als Beweis, sondern als präziser Ausgangspunkt – ein Vorschlag für einen bislang übersehenen Modus menschlicher Kognition, der für Autismusforschung, Dynamische Systemtheorie und Bewusstseinsforschung gleichermaßen relevant sein könnte.</p>
format Recurso digital
id zenodo_https___doi_org_10_5281_zenodo_17882854
institution Zenodo
language deu
publishDate 2025
publisher Zenodo
record_format zenodo
spellingShingle Operatorische Kognition: Prätheoretische Strukturinvarianz als Grundlage autistischer Intelligenz
Speed, Timothy
autism research
non-symbolic cognition
cognitive diversity
neurodiversity
autistic epistemology
autistic modes of perception
dynamische Systemtheorie
criticality
non-linear cognition
process ontology
enactive cognition
embodied cognition
structural invariance
machine cognition
structural pattern detection
emergent intelligence
non-semantic computation
artistic research
non-representational navigation
field-based navigation
magnetoreception
vector-free navigation
sub-symbolic orientation
non-representational animal cognition
enactive navigation
embodied orientation mechanisms
resonance-based cognition
dynamic field alignment
biological computation
swarm intelligence
non-semantic information processing
<p>Dieses Paper entwickelt ein theoretisches Framework für eine nicht-repräsentationale Form autistischer Intelligenz, die hier als operatorische Kognition bezeichnet wird. Der Begriff ist eine terminologische Neuschöpfung und steht in keinerlei konzeptueller Kontinuität zu Piagets pensée opératoire, die auf symbolisch-logischen Operationen beruht. Im vorliegenden Modell bezeichnet „operatorisch“ hingegen dynamisch-topologische Prozesse wie Faltung, Indimergenz, Spannungsschwellen und emergente Formbildung, die unabhängig von semantischer Repräsentation arbeiten.<br>Ausgangspunkt ist ein einzigartiges longitudinales Korpus (2001–2025) aus elf Büchern, einem Spielfilm und weiteren Forschungsartefakten einer einzelnen autistischen Person (n = 1). Die Analyse zeigt eine bemerkenswerte prätheoretische Strukturinvarianz von fünf Operatoren über verschiedene Lebensphasen, Medien und Domänen hinweg. Diese Invarianz legt nahe, dass hier nicht stilistische, narrative oder kulturelle Einflüsse am Werk sind, sondern eine stabile kognitive Architektur, die sub-symbolisch operiert.<br>Das Paper formuliert diese Architektur als testbare Hypothese, grenzt sie deutlich von repräsentationalen und narrativen Modellen ab und entwickelt ein Validierungsprogramm (Blind Coding, Kontrollgruppen, maschinelle Strukturanalyse), das explizite Falsifikationskriterien enthält. Die Generalisierbarkeit der operatorischen Kognition bleibt bewusst offen und Gegenstand zukünftiger Forschung: Die Arbeit versteht sich nicht als Beweis, sondern als präziser Ausgangspunkt – ein Vorschlag für einen bislang übersehenen Modus menschlicher Kognition, der für Autismusforschung, Dynamische Systemtheorie und Bewusstseinsforschung gleichermaßen relevant sein könnte.</p>
title Operatorische Kognition: Prätheoretische Strukturinvarianz als Grundlage autistischer Intelligenz
topic autism research
non-symbolic cognition
cognitive diversity
neurodiversity
autistic epistemology
autistic modes of perception
dynamische Systemtheorie
criticality
non-linear cognition
process ontology
enactive cognition
embodied cognition
structural invariance
machine cognition
structural pattern detection
emergent intelligence
non-semantic computation
artistic research
non-representational navigation
field-based navigation
magnetoreception
vector-free navigation
sub-symbolic orientation
non-representational animal cognition
enactive navigation
embodied orientation mechanisms
resonance-based cognition
dynamic field alignment
biological computation
swarm intelligence
non-semantic information processing
url https://doi.org/10.5281/zenodo.17882854