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| Main Author: | |
|---|---|
| Format: | Recurso digital |
| Language: | German |
| Published: |
Zenodo
2025
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| Subjects: | |
| Online Access: | https://doi.org/10.5281/zenodo.18054620 |
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Table of Contents:
- <p>Die Begriffe Wirklichkeit und Realität werden in Wissenschaft, Philosophie und Alltagsdiskurs häufig synonym verwendet. Diese begriffliche Unschärfe führt zu systematischen Missverständnissen in erkenntnistheoretischen, wissenschaftstheoretischen und gesellschaftlichen Debatten. Die vorliegende Arbeit setzt genau hier an und entwickelt eine systemtheoretisch fundierte Realitätstheorie, die beide Begriffe strikt voneinander trennt.</p> <p>Wirklichkeit wird als das ontologisch primäre, dynamische Wirken verstanden, das unabhängig vom Menschen existiert und nur in seinen Wirkungen erfahrbar ist. Realität hingegen bezeichnet die vom Menschen als System hervorgebrachte semantische<br>Innenwelt, die aus der selektiven Verarbeitung dieser Wirkungen entsteht. Realität ist kein Abbild der Wirklichkeit, sondern eine funktionale Bedeutungsordnung, durch die Handlungsfähigkeit unter Bedingungen unvermeidbarer Komplexitätsreduktion entsteht.</p> <p>Der Mensch wird dabei als biologisch, psychisch und sozial gekoppeltes System beschrieben, das zwischen Wirken und Bedeutung vermittelt. Realität entsteht als emergentes Ergebnis autopoietischer Prozesse, nicht als Repräsentation eines objektiven Außen. Wahrheit wird in diesem Rahmen nicht als Übereinstimmung mit der Wirklichkeit verstanden, sondern durch das Kriterium der Viabilität ersetzt: Realität muss funktionieren, nicht wahr sein.</p> <p>Die Arbeit bietet ein konsistentes begriffliches Fundament zur Analyse von Wahrnehmung, Erkenntnis, Kommunikation und gesellschaftlicher Ordnung. Sie versteht sich als metatheoretischer Beitrag, der disparate disziplinäre Perspektiven integrierbar macht und einen präzisen Bezugsrahmen für die Analyse moderner Wissens-, Medien- und Realitätskonflikte bereitstellt.</p>