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| Main Authors: | , |
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| Format: | Recurso digital |
| Language: | |
| Published: |
Zenodo
2025
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| Online Access: | https://doi.org/10.5281/zenodo.18781896 |
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Table of Contents:
- <p><strong><span lang="DE">Zielsetzung:</span></strong><span lang="DE"> Für Menschen mit Glücksspielproblemen bilden Selbsthilfeformate ein niedrigschwelliges Ergänzungsangebot zu professionellen Hilfsangeboten. Zwar ist die grundsätzliche Wirksamkeit von Selbsthilfeformaten belegt, ihre Effektivität im Vergleich zu professionell geleiteten Angeboten ist aber noch unzureichend erforscht. Anhand internationaler Studien beleuchtet dieser Scoping Review daher als Frage 1 die Wirksamkeit von Selbsthilfeformaten im Vergleich zu professionellen Hilfsangeboten, als Frage 2 den etwaigen Mehrwert einer anfänglichen (professionellen) Begleitung von Selbsthilfeformaten sowie als Frage 3 mögliche Unterschiede in der Wirksamkeit in Abhängigkeit vom Schweregrad der Glücksspielproblematik.<span> </span></span></p> <p><strong><span lang="DE">Vorgehensweise: </span></strong><span lang="DE">Der Scoping Review wurde gemäß den PRISMA-ScR-Richtlinien nach dem Ansatz von Arksey und O’Malley durchgeführt. Eingeschlossen wurden deutsch- und englischsprachige Originalarbeiten (quantitativ, qualitativ, Mixed-Methods), die die komparative Wirksamkeit vollständig selbstgesteuerter Formate – bspw. Arbeitsbücher, Apps oder Online-Plattformen – bei Glücksspielproblemen im Vergleich zu professionell durchgeführten bzw. anfänglich angeleiteten Hilfsangeboten untersucht haben. Die systematische Literaturrecherche in 10 Fachdatenbanken umfasste Veröffentlichungen aus dem Zeitraum von Januar 2000 bis Juni 2024. Als Bewertungskriterien dienten der Einfluss auf die Problem-schwere (Hauptzielkriterium) und das Spielverhalten (Nebenzielkriterium). </span></p> <p><strong><span lang="DE">Ergebnisse:</span></strong><span lang="DE"> Die Auswertung umfasst 10 quantitative Studien aus 5 Ländern. 6 Studien verglichen selbst-gesteuerte mit professionell begleiteten Formaten (Frage 1), 5 Studien Selbsthilfeformate mit und ohne initiale Anleitung (Frage 2) und 3 Studien berücksichtigten den Schweregrad der Glücksspielproblematik (Frage 3). Selbstgesteuerte Formate erwiesen sich hinsichtlich Spielverhalten (z.</span><span lang="DE"> </span><span lang="DE">B. Spieltage, Eins</span><span lang="DE">ä</span><span lang="DE">tze, Verluste) meist als </span><span lang="DE">ä</span><span lang="DE">hnlich wirksam wie professionell geleitete Hilfsangebote. Bei der Problemschwere erzielte klassische kognitive Verhaltenstherapie (KVT) jedoch teils stärkere Effekte (Frage 1). Ein merklicher Zusatznutzen der anfänglichen Anleitung ließ sich durchwegs nicht belegen (Frage 2). Die verschiedenen Selbsthilfeformate waren – falls dies untersucht wurde – unabhängig vom Schweregrad ähnlich wirksam, wobei die Studienpopulation überwiegend stark belastete Personen umfasste (Frage 3).<span> </span></span></p> <p><strong><span lang="DE">Diskussion:</span></strong><span lang="DE"> Insbesondere strukturierte Selbsthilfeformate, die auf klassischen Elementen der KVT auf-bauen, können ähnliche Effekte erzielen wie professionell geleitete Hilfsangebote. Vorteile für professionelle Formate ergeben sich nur, wenn diese im persönlichen Kontakt (und nicht in einem online-Setting) umgesetzt werden. Eine anfängliche professionelle Anleitung erhöht die Wirkung von Selbsthilfeformaten meist nicht, vermutlich weil die Motivation der Teilnehmenden zu Beginn noch sehr hoch ist. Eventuell wäre eine punktuelle Einbindung professioneller Unterstützung im Verlauf sinnvoller, um nachlassender Motivation entgegenzuwirken. Da die meisten Studien Populationen mit ausgeprägter Problemschwere einschließen, lässt sich schließen, dass Selbsthilfeformate auch für Personen mit schweren Glücksspielproblemen geeignet sind. Angesichts der weitgehend positiven Befundlage sollte die (ergänzende) Nutzung von Selbsthilfeformaten in der Versorgungspraxis aktiv gefördert werden.</span></p>