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Main Author: Böhlk, Olaf
Format: Recurso digital
Language:
Published: Zenodo 2026
Online Access:https://doi.org/10.5281/zenodo.19223108
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_version_ 1866901882772914176
author Böhlk, Olaf
author_facet Böhlk, Olaf
contents <p><em>In diesem Essay wird die These aufgestellt und verteidigt, dass die unreflektierte phonetschriftliche Massenalphabetisierung im Zusammenhang mit der Detrinitarisierung hauptverantwortlich für das katastrophale Scheitern der protestantischen Moderne in die großen sozialen und ökologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts hinein gemacht werden kann. Die mit beiden Prozessen in Kombination ausgelöste größte epistemische Transformation der europäischen Geschichte, der Wandel vom dreigliedrigen Zeichensystem der Vormoderne zum zweigliedrigen Zeichensystem der Gegenwart, zog auch eine fundamentale Transformation des Umgangs mit „Andersheit“ nach sich. Während die „Andersheit“ im dreigliedrigen Denken als „Wunder“ die Möglichkeit zur Öffnung, Veränderung und Erneuerung erschließt, bedroht sie im binären Denken des „tertium non datur“ als Ausgeschlossenes „die Ordnung“. Das neuzeitliche Schulwesen hat deshalb nicht nur für eine Massenalphabetisierung gesorgt, sondern auch das intellektuelle Fundament der modernen Faschistoidität in das Denken der entstehenden nationalstaatlichen Bevölkerungen des modernen Europas einpädagogisiert. Dieser Zustand kann nur von einer Pädagogik überwunden werden, die mit Andersheit als wesentlichem Katalysator jedes kognitiven Prozesses integrativ umgehen, Andersheit zulassen und, als integrativer Bestandteil einer ihre Binarität an Andersheit rückbindungsfähigen Gesellschaft, die Kultivierung der Andersheits- und Neuheitsfähigkeit als mit der Alphabetisierung gleichwertiges Bildungsziel verfolgen kann.</em></p>
format Recurso digital
id zenodo_https___doi_org_10_5281_zenodo_19223108
institution Zenodo
language
publishDate 2026
publisher Zenodo
record_format zenodo
spellingShingle Re-Deutsch: Gedanken zu einem geistigen Neubeginn in Deutschland
Böhlk, Olaf
<p><em>In diesem Essay wird die These aufgestellt und verteidigt, dass die unreflektierte phonetschriftliche Massenalphabetisierung im Zusammenhang mit der Detrinitarisierung hauptverantwortlich für das katastrophale Scheitern der protestantischen Moderne in die großen sozialen und ökologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts hinein gemacht werden kann. Die mit beiden Prozessen in Kombination ausgelöste größte epistemische Transformation der europäischen Geschichte, der Wandel vom dreigliedrigen Zeichensystem der Vormoderne zum zweigliedrigen Zeichensystem der Gegenwart, zog auch eine fundamentale Transformation des Umgangs mit „Andersheit“ nach sich. Während die „Andersheit“ im dreigliedrigen Denken als „Wunder“ die Möglichkeit zur Öffnung, Veränderung und Erneuerung erschließt, bedroht sie im binären Denken des „tertium non datur“ als Ausgeschlossenes „die Ordnung“. Das neuzeitliche Schulwesen hat deshalb nicht nur für eine Massenalphabetisierung gesorgt, sondern auch das intellektuelle Fundament der modernen Faschistoidität in das Denken der entstehenden nationalstaatlichen Bevölkerungen des modernen Europas einpädagogisiert. Dieser Zustand kann nur von einer Pädagogik überwunden werden, die mit Andersheit als wesentlichem Katalysator jedes kognitiven Prozesses integrativ umgehen, Andersheit zulassen und, als integrativer Bestandteil einer ihre Binarität an Andersheit rückbindungsfähigen Gesellschaft, die Kultivierung der Andersheits- und Neuheitsfähigkeit als mit der Alphabetisierung gleichwertiges Bildungsziel verfolgen kann.</em></p>
title Re-Deutsch: Gedanken zu einem geistigen Neubeginn in Deutschland
url https://doi.org/10.5281/zenodo.19223108